Halloween, Samhain, Reformationstag: die Nacht vor Allerheiligen,…?

31. Oktober – Halloween, Samhain, Reformationstag: die Nacht auf Allerheiligen,…?

Bekanntermaßen soll man die Feste feiern wie sie fallen. Überhaupt, wenn es ums Feiern und Ausgelassensein geht, dann sind wir Menschen oder besser gesagt, ist das Volk sehr kreativ.

Hier im Rheinland gibt es die fünfte Jahreszeit, die stets am 11.11. um 11:11h beginnt.
Sie endet in der Nacht auf Aschermittwoch mit der Verbrennung des Nubbel, dem Sündenbock.
Dadurch werden alle Sünden bereinigt, die in der Karnevalszeit während des ausgelassenen Treibens begangen wurden. Ab Aschermittwoch wird dann bis Ostern gefastet. Sollte zumindest.

In manchen Ländern wird die Mitsommernacht gefeiert. Auch zum 1. Mai gibt es regional sehr schöne Bräuche. Ihnen fallen bestimmt auch einige regionale Feste ein.

Es sind Bräuche, die im Laufe der Zeit ausgebaut wurden.
Also läßt sich manchmal nur schwer sagen, wie es einst angefangen hat, welche Bedeutung es in Wirklichkeit hatte. Und meistens fängt es klein an. Menschen feiern halt gerne. Feste verbinden alt und jung miteinander, es entwickeln sich “Rituale”.
Könnte es sein, daß bei Ihnen keine Feier ohne…? Selbst im kleinsten Kreis nicht?

Nehmen wir Halloween, von All Hallows Eve, der Abend vor Allerheiligen. Damit werden die Volksbräuche benannt, die am Abend und in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Ursprünglich im katholischen Irland verbreitet, wurden sie von den irischen Einwanderern in den U.S.A. ausgebaut und sozusagen nach Europa re-importiert. Ausgehend von Frankreich verbreiten sie sich nun seit einigen Jahren über den Kontinent und vermischen sich mit regionalen einheimischen Bräuchen.

Exkurs:
Das Allerheiligenfest verbreitete sich ursprünglich von Rom aus, wurde zunächst am 13. Mai gefeiert. Im Jahre 609 wurde das römische Pantheon, “einem ehemals „allen [römischen] Göttern” gewidmeten bedeutenden heidnischen Tempel” durch die “heidenchristlich geprägte römische Kirche” geweiht. Erst Papst Gregor III (verst. 741) verlegte das Fest aller Heiligen auf den 1. November. Bereits 835 führte Ludwig der Fromme im fränkischen Reich das Fest Allerheiligen ein. Traditionell wird an diesem Tag der Gemeinschaft der Heiligen gedacht.
Hallowe’en war in Rom unbekannt.

Am Abend vor Allerheiligen 1517 nagelte Martin Luther 95 Thesen an die Schloßkirche zu Wittenberg. Hierin wetterte er gegen den Ablaß, denn indem Jesus Christus am Kreuz starb, nahm er die Sünden der Menschheit auf sich. Somit waren sie bereits durch seinen Tod vergeben. Seitdem gedenken die protestantischen Christen seiner am Abend des 31. Oktober, dem Reformationstag.
Einen Zusammenhang zu Hallowe’en herzustellen wäre konstruiert.

Samhain (im Englischen Hallowe’en) gilt zusammen mit Imbolc (1. Februar), Beltane (1. Mai) und Lughnasadh (1. August) als eines der vier großen irisch/keltischen Feste. Bei allen vier Festen wurde angenommen, daß die Menschen an diesem Tag einen Zugang zur Anderen Welt haben, besonders zu den Bewohnern der Sid (Elfenhügel), die an diesem Tage offen stehen. Das Übernatürliche dringt in unsere Welt ein, der Schleier zwischen den beiden Welten ist besonders dünn.

Im Kalender von Coligny wird Samhain, in den irischen Rechtstexten Beltane als Beginn des keltischen Jahres genannt. Samhain (= Vereinigung) ist der dunkle Pol gegenüber Beltane, dem hellen. An diesem Tag finden viele wichtige Ereignisse der Mythologie statt. Helden und Götter sterben, epische Schlachten finden statt. Am Vorabend wird über die Verbindung der Sagenhelden mit der Anderen Welt berichtet. Es ist ein Tag des Resümierens, ein Tag, an dem Verträge mit der Anderen Welt aufgelöst oder neu geschlossen werden. In der Samhain-Nacht begegnen sich die Lebenden und die Toten.
Darauf dürften einige neuzeitliche Riten zurückzuführen sein.

Gefeiert wurde Samhain am 1. November, beginnend am Vorabend. Da die Kelten ihre Feste nach dem Mondkalender einteilten und einer festen Mondphase zuordneten, war es nicht immer der 1. November.

Die Neuen Hexen begehen mit Hallowe’en den Jahreswechsel. Ob sie allerdings auf ihren Besen durch die Lüfte jagen? Sie sind bestimmt nicht von gestern. Es ist ein uralter Brauch, mit Hausputz unliebsame Geister und Dämonen zu vertreiben. Heutzutage wird den Flockenteufeln jedoch mit dem Staubsauger der Garaus gemacht. Zugegeben, stromsparender wäre der Besen.

Und wie kommt nun der Kürbis hier ins Spiel?

Zurück nach Irland! Der Sage nach lebte hier einst der Bösewicht Jack Oldfield. Eines Tages fing dieser mit einer List den Teufel ein. Erst wenn der Teufel ihm, Jack O, fortan nicht mehr in die Quere komme, wollte er ihn freilassen. Nach Jacks Tod kam er wegen seiner zahllosen Missetaten natürlich nicht in den Himmel. Da er aber den Teufel betrogen hatte, durfte er auch nicht in die Hölle. So erbarmte sich der Teufel seiner, schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, auf daß Jack durch das Dunkel wandern konnte.

Ursprünglich war es also eine beleuchtete Rübe. In den U.S.A. standen Kürbisse in großen Mengen zur Verfügung. Also höhlte man statt der Rübe einen Kürbis aus. Dieser Kürbis wird Jack O’Lantern genannt.

Hiermit rufe ich das Kürbis-Grusel-Fest aus! Sie dürfen freischaffend kreativ sein!

Natürlich wurden die Mengen an Fruchtfleisch nicht weggeworfen. Es gibt viele wunderbare Rezepte mit Kürbisfleisch.
Wenn Sie sich bis hierher durchgelesen haben, möchte ich Ihnen vorschlagen, mit Ihren Liebsten einen neuen Brauch einzuführen. Wie wäre es, wenn Sie gemeinsam Kürbisse aushöhlen und das Fruchtfleisch, alle zusammen in Ihrer Küche, zu leckeren Gerichten und Kuchen verarbeiten?
Und natürlich in fröhlicher Runde genießen!
Nach dem 3. irischen Whiskey könnte es sein, daß die Geister auch hinzukommen.

Das Treffen kann zeitnah zum 31. Oktober stattfinden. Die Kelten haben Samhain wahrscheinlich bei Neumond (nach oder vor Allerheiligen) gefeiert.

Wenn es das Wetter zuläßt, lassen sich am Lagerfeuer Schauergeschichten erzählen…

Teilen Sie Ihre Ideen mit uns.

Übrigens, wann hat es Sie das letzte Mal gegruselt?

Über Renate E.L. Nolte

Dipl.-Psych. , Psychologische Psychotherapeutin, Freiberuflerin, Psychotherapeutenkammer BRD; selbständig, Gründerin von Tonart Bensberg - Kreativität und Persönlichkeit, Selbsterfahrungsgruppen, Encountergruppen, Selfness, Work-Life-Balance, Berufungscoaching, Frauen in der Blüte ihres Lebens.

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