Berufungeinige Überlegungen

oder, wie es viel schöner und treffender im Englischen heißt: inner calling,
der Ruf aus dem Inneren, des Selbst.

Es geht um das, wozu Sie in Ihrem Leben berufen sind, um den Zweck Ihrer Existenz.

Unser Erziehungssystem läßt leider immer noch zu wenig Raum, um dies herauszufinden und sich zu bilden. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor auf Wissensvermittlung, Lernen und Formung für ein Berufsleben im Sinne des Taylorismus.

Exkurs:
Bildung ist weit mehr, als Lernen und Wissen anhäufen. Es ist ein lebenslanger Prozeß, der sich in der Beziehung zwischen Ich, Welt und sozialer Mitwelt vollzieht. Ein wesentliches Merkmal sind: Differenzieren und Unterscheiden, also selbständiges Ermessen und souveräne Urteilskraft. Dazu braucht es Wissen und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, aber auch Werte, “Herzensbildung”.
“Bildung zielt auch auf das Offene und Mögliche, das innerhalb der Sachzwanglogik aus den Augen gerät.” (TOBIAS PRÜWER)

Ein Mensch, der sich bildet, erschafft sich selbst, ist also kreativ.

Das Taylor’sche System: Standardisierung, Kontrolle etc., hat im vergangenen Jahrhundert zu einem immensen Aufschwung und Fortschritt geführt. In diesem Jahrhundert brauchen wir jedoch auch andere Strukturen, denn die Probleme, vor denen wir stehen, brauchen Lösungswege, die sich von den Wegen unterscheiden, mit denen wir diese Probleme geschaffen haben. Es ist sehr wichtig geworden, kreativ zu sein, eigenständig, motiviert, engagiert, team- und kooperationsfähig,
und Beziehungen pflegen zu können.

„Tust Du, was Du liebst, liebst Du, was Du tust?“ (Buddha)

Menschen, die sich und ihre Berufung kennen und leben, streben danach, ihr kreatives Potential, ihre Fähigkeiten, ihre Talente zu verwirklichen. Sie trainieren mit mehr Enthusiasmus, sind motivierter, haben ein Ziel, auf das sie hinarbeiten usw. Von Horowitz, zu seiner Zeit der weltbeste Pianist, wird berichtet, daß er täglich (!) 6-8 Stunden übte und am Abend ein Konzert gab.

Beruf kommt von Berufung. Ein geborener Buchhalter ist oft ein schlechter Verkäufer, somit am falschen Platz und für die Firma wenig produktiv.

Zu lieben, was man tut, zu tun, was man liebt, was man am Besten kann, woran man wächst, bringt einen immensen Mehrwert in das Leben eines Menschen. Den richtigen Platz zu finden und sich als wertvolles Mitglied einer Gemeinschaft zu erfahren, bedeutet mehr Freude am Leben und die Freisetzung ungeahnter Energien. Seine Berufung leben, bedeutet ein Mehr an Ausgeglichenheit, gesundem Selbstwertgefühl und Wohlbefinden.

Jeder Mensch ist einzigartig. Und jeder hat so seine Eigen-Arten, seine Ton-Art.

Wir brauchen einen respektvollen und werschätzenden Umgang miteinander, um uns entfalten und verwirklichen zu können.

Tun Sie das, was Sie schätzen?
Sind Sie glücklich?