Im “Land der Frauen und Land der Göttinnen” – Auf den Spuren des Ewig-Weiblichen

Eifel_Nettersheim

Land der Frauen, Land der Göttinnen

Wer einst sich von Köln aus auf den Pilgerweg nach Santiago de Campostella begab, konnte zwischen 2 Routen wählen.

Die eine führte über Aachen durch das heutige Belgien.

Die andere durch die Eifel entlang der Agrippastraße.
(Brühl, Euskirchen, Bad Münstereifel, * , Blankenheim, Prüm, Echternach,Trier, Schengen, Metz,…).

Diese Römerstraße folgt einem sehr alten Reiseweg, den v.a. die Kelten genutzt haben. Er verband Kultstätten miteinander, war Handelsweg, geht vorbei an *Nettersheim.

Die Römer nannten die Kelten westlich des Rheins Gallier. Aus dem Kriegsbericht in de bello gallico wissen wir, daß die Eburoner, ein keltischer Stamm, der zwischen Rhein und Eifel siedelte, als gefährlich eingestuft wurden. Wir wissen auch, daß bei den Kelten Mann und Frau gleichgestellt waren. Haushaltsvorstand konnte sowohl ein Mann als auch eine Frau sein.

Da die Kelten keine eigene Schrift hatten, sie bedienten sich der griechischen, ist wenig über sie bekannt. Das Bild, was uns bisher vermittelt wurde, wird seit einigen Jahren, dank neuester Funde, völlig revidiert.


Die Römer, die bis ins 4. Jrh. n. Chr. das Gebiet zwischen Rhein und Maas besetzt hielten, übernahmen gerne Gottheiten der von ihnen besiegten Bevölkerung.

Für die drei aufanischen Muttergottheiten der Kelten gab es jedoch unter ihren Göttern nichts Vergleichbares. Sie gaben ihnen den Namen: Matronae.
Damit war eine einflußreiche, verehrungswürdige Frau gemeint, deren Lebenserfahrung und Weisheit gefragt ist.

Hier schimmert noch etwas von der Macht und Magie der weisen Alten durch.

Bisher wurden ca. 800 Votivsteine gefunden. Die lateinischen Inschriften belegen, daß die drei Matronen von den Römern hoch verehrt wurden. Die besterhaltenen Weihesteine wurden in einem Tempel unter dem Bonner Münster gefunden.

Matronentempel Nettersheim

Die Görresburg

Votivsteine Görresburg

Die drei a-u-fanischen Gottheiten (Muttergottheiten) behüteten das Leben und den Lebensbereich einer bestimmten Menschengruppe (Familie, Sippe, Volksstamm), waren die guten Geister von Haus und Hof, die Schutzgeister des Weibes. Als Schutz-ma-tronen halfen sie denen, die mit ihren Sorgen und Nöten zu ihnen kamen.

In der Frau offenbarte sich die Urgöttin. Damit war sie machtvoll und verehrungswürdig.

Von dieser Naturreligion ist nichts wirklich verloren gegangen. Teile sind bis heute überliefert, lassen sich in Märchen und Symbolen wiederfinden, leben in Riten und Gebräuchen fort.
Allerdings hat Manches eine negative Bedeutung bekommen. Die “weißen Frauen”, wie sie auch genannt wurden, waren gute, freundliche, helfende Wesen. Im Christentum wurden sie zu denjenigen, die den nahen Tod ankündigen.


Und wenn Männer nun meinen, hier gehe es um eine reine Frauenangelegenheit: IRRTUM!
Die Inschriften der vielen Weihesteine, sowie nur einige wenige Funde von Jupiterstatuen belegen, daß die römischen Männer die Matronen in höchstem Maße verehrt haben, mehr als Jupiter.
“Das Ewig-Weibliche
zieht uns hinan.”
(Faust II, chorus mysticus, Schlußzeile)

Bei Goethe ist durch das Wort ewig das Göttliche angedeutet, durch das Wort weiblich die Liebe.
Das Ewig-Weibliche ist die göttliche Liebeskraft, die uns in höhere Sphären zieht.


Begegnungen – Entdecken – Erleben – Wege&Umwege – Erfahren – Netzwerken

Auf einem Rundweg von ca. 10km erkunden wir dieses Land, vorbei an archäologischen Ausgrabungen eines vicus, einer stadtähnlichen römischen Siedlung, und anderen Fundorten. Am Matronentempel in Nettersheim machen wir einen längeren Halt. Es gibt viel zu erzählen, viel Wissenswertes und das, was Sie wissen wollen.

Es wird kein Programm abgespult. Wir verlassen gerne Straßen und Wege, wenn wir lieber unserer Nase folgen wollen. Wir machen kleine Angebote (Spaß muß sein!) und erschaffen gemeinsam mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen einen unvergeßlichen Sonntag.

Wir gehen bei Sonne, Regen, Schnee und Wind. Erst recht im Nebel, wenn die Nebelfrauen, wie die weißen Frauen auch genannt werden, durch die Eifel ziehen. Und vielleicht entdeckt Obelix den “Römer auf Wachtposten”, sodaß Asterix den höchsten keltischen Gott anrufen kann: “Bei Teutates!” Spaß gehört dazu!

aufanische Muttergottheiten

Die drei Schutz-Ma-tronen

Die drei Matronen thronen gemeinsam auf ihrer Bank, künden von Macht, Würde und Weisheit, strahlen eine innere Solidarität aus.

Vielleicht eine göttliche Botschaft an die Frauen von heute?
Eine einzelne Frau kann stark sein, eine Gemeinschaft von Frauen ist mächtig.

Wenn unterwegs in dieser kleinen Gruppe von 3×3 TeilnehmerInnen Frauen zusammenfinden und sich vernetzen, haben wir das höchste Ziel dieser Matronentour erreicht!

Wenn drei Frauen sich zusammentun,
sieht man die Sterne am lichten Tag.
(indische Weisheit)

Anmeldung erforderlich.